Warum Leeway Vanilla Sky liebt

Wenn Benjamin Leeway schreibt, dann bevorzugt er es, dies zwischen den Zeilen zu tun. Seine Geschichten lassen Raum für Interpretationen und machen die Leserschaft zu stillen Mitautor*innen.

Immer wieder verweist er auf Cameron Crowes Film Vanilla Sky mit Tom Cruise, Penélope Cruz und Cameron Diaz als einen wichtigen Bezugspunkt für sein Verständnis von Erzählen.

»Ich liebe diesen Film«, bemerkte Leeway einmal, »und die Tatsache, dass ich noch immer an meiner Interpretation festhielt – nämlich dass der gesamte Film nur ein Traum ist –, selbst nachdem Regisseur und Drehbuchautor Crowe selbst offiziell eine andere bestätigt hatte.«

Ähnlich verfährt Leeway auch mit seinen Romanen – bewusst mehrdeutig. Wenn drei Leserinnen oder Leser das Ende einer seiner Geschichten auf drei unterschiedliche Arten deuten, dann betrachtet er das nicht nur als akzeptabel, sondern als ideal: als Zeichen dafür, dass er als Autor psychologischer Fiktion alles richtig gemacht hat.

Für ihn ist Mehrdeutigkeit kein Rätsel, das gelöst werden muss, sondern eine Einladung zur Teilnahme. Und wie er oft sagt: »Manchmal liegt die stärkste Aussage in jenen Zeilen, die nie geschrieben wurden.«